Ein erster Blick auf WordPress 4.9

Ein erster Blick auf WordPress 4.9

Heute wurde der Release Candidate für die Version 4.9 von WordPress veröffentlicht. Das bedeutet, dass bis zur endgültigen Veröffentlichung nur mehr Fehler korrigiert werden. Es sind aber bereits alle Funktionen vorhanden und es gibt keine Änderungen mehr. Der perfekte Zeitpunkt für einen ersten Blick auf die neue Version.

Als endgültigen Erscheinungstermin für die #wpversion 4.9 ist derzeit der 14. November geplant. Das sind zwar nur mehr zwei Wochen, aber trotzdem warte ich nicht bis dahin und installiere mir schon einmal den Release Candidate auf einem Testsystem. In einem früheren Artikel habe ich mich bereits mit den zu erwartenden Neuerungen beschäftigt, jetzt sehe ich mir diese gleich einmal live an.

Die meiner Meinung nach spannendste Neuerung betrifft den Customizer. Beim Ändern von Einstellungen an einem #theme im #customizer ist es ab sofort möglich, Änderungen zu speichern ohne sie gleich zu veröffentlichen.

Ein erster Blick auf WordPress 4.9 - Änderungen im Customizer speichern

Es fällt sofort auf, dass die Beschriftung des Buttons zum Speichern von „Speichern & Publizieren“ auf „Veröffentlichen“ geändert wurde und sich daneben jetzt ein Zahnrad-Symbol befindet. Beim Klick darauf öffnet sich eine zweite Leiste, in der man auswählen kann, ob die vorgenommenen Änderungen sofort veröffentlicht oder erst einmal als Entwurf gespeichert werden sollen. Die dritte Option ermöglicht das automatisierte Aktivieren der Änderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Speichert man die Änderungen als Entwurf dann ändert sich die Beschriftung des Buttons auf „Draft Saved“ – die deutsche Übersetzung ist noch nicht ganz vollständig. Man erkennt daran sofort, dass man einen bereits gespeicherten Entwurf weiter bearbeitet. Ein erneuter Klick auf das Zahnrad öffnet die Leiste erneut. Um den gespeicherten Entwurf zu veröffentlichen muss nur die entsprechende Option aktiviert und gespeichert werden. Das funktioniert problemlos.

Die Möglichkeit, Änderungen am Theme als Entwurf zu speichern und später weiter zu bearbeiten, ist eine tolle Neuerung. Man ist somit nicht mehr gezwungen, Änderungen sofort fertigzustellen und zu veröffentlichen, sondern kann sich dafür Zeit lassen. Gerade bei umfangreichen Themes mit einer Menge an Möglichkeiten ist das sinnvoll. Weiters fällt auf, dass es für den gespeicherten Entwurf einen Vorschau-Link gibt. Diesen kann man so weitergeben. Jeder, der diesen Link besitzt, kann sich eine Vorschau der Website im neuen, noch nicht veröffentlichten, Design ansehen. Das funktioniert ganz ohne Anmeldung. Man muss also nicht extra einen Benutzer in WordPress anlegen, um jemand anders den Entwurf zeigen zu können. Für Agenturen, die Änderungen im Kundenauftrag durchführen, ist das bestimmt eine großartige Funktion.

Ein erster Blick auf WordPress 4.9 - das zeitgesteuerte Aktivieren von Änderungen im CustomizerDie dritte Option ermöglicht es, Änderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch zu aktiveren. Die Beschriftung des Buttons ändert sich dann auf „Scheduled“ – also „Geplant“. Auch das hat in meinen Tests schon problemlos funktioniert. Zum geplanten Zeitpunkt werden die Änderungen automatisch aktiv. Das ist sehr praktisch, um beispielsweise Änderungen am Theme über Nacht automatisiert zu aktivieren und sich dafür nicht extra die Nacht um die Ohren schlagen zu müssen.

Eine weitere Änderung am Customizer betrifft den benutzerdefinierten CSS Code.

Ein erster Blick auf WordPress 4.9 - benutzerdefinierter CSS-Code im CustomizerHier fällt sofort der Hilfe-Block oberhalb des eigentlichen CSS-Editors auf, der sich aus- und bei Bedarf wieder einblenden lässt. Für den CSS Code gibt es nun Syntaxhervorhebung, was gerade bei umfangreicheren Codeblöcken die Lesbarkeit erheblich verbessert.

Damit geht eine Prüfung auf Fehler einher. Fehler im CSS Code werden markiert und der Code lässt sich nicht speichern. Es müssen vorher alle Fehler behoben werden, um die Änderungen speichern zu können.

Damit wird der CSS Editor deutlich aufgewertet und ermöglich jetzt auch das sinnvolle Durchführen größerer Änderungen. Meiner Meinung nach ist der Editor jetzt ausgereift genug um die Verwendung von Child Themes teilweise unnötig zu machen sofern es sich lediglich um CSS Anpassungen handelt.

Auch beim Editieren von Theme- oder Plugin-Dateien gibt es mit der neuen Version nun Syntaxhervorhebung. Diesbezüglich bin ich persönlich skeptisch was die Sinnhaftigkeit betrifft, da ich der Ansicht bin, dass das direkte Editieren von Dateien, die Einfluss auf die Stabilität des gesamten Systems haben können, generell nicht möglich sein sollte oder zumindest standardmäßig deaktiviert sein sollte.

Zumindest wird mit WordPress 4.9 ein Popup eingebaut, das recht eindringlich davor warnt, Änderungen an diesen Dateien vorzunehmen. Der Text ist derzeit noch nicht übersetzt, aber wenn sich die deutsche Übersetzung annähernd an den englischen Text hält, dann ist die Warnung doch recht deutlich. Wenigstens etwas. Allerdings scheint die Warnung nur einmal angezeigt zu werden. Selbst nachdem ich mich einmal abgemeldet und neu angemeldet habe, wurde mir der Hinweis nicht wieder angezeigt.

Ebenfalls neu ist ein Galerie-Widget, das das einfache Einbetten einer Galerie aus Bildern der Mediathek in der Seitenleiste erlaubt. Erneut überarbeitet wurde das Text-Widget, in dem ab sofort auch das Einfügen von Dateien möglich ist. Zwei nette kleine Änderungen, die für den einen oder anderen WordPress-Anwender sinnvoll sein mögen.

Die weiteren enthaltenen Änderungen sind aus meiner Sicht nur Detail-Verbesserungen, die ich mir zumindest jetzt nicht näher ansehen werde. Die herausragendsten Neuerungen mit WordPress 4.9 betreffen sicherlich den Customizer. Die neuen Funktionen sind meiner Meinung nach eine runde Sache und sehr sinnvolle Erweiterungen.

Artikel vom 31. Oktober 2017

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